Transformation

In den nächsten Jahren wird es nicht mehr reichen, von der digitalen Transformation zu sprechen. Wir werden genauer definieren müssen, über welche Aspekte wir sprechen. Das Ende der digitalen Transformation ist der Beginn der eigentlichen Transformation. Acht Aspekte sind aus wirtschaftlicher Sicht besonders entscheidend:

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Virtualisierung
Die Transformation bedeutet eine Verlagerung des Lebens in den digitalen Raum. Kommunikation findet je länger je mehr digital statt und verlangt ein responsives Design aller Schnittstellen zwischen Kunden, Unternehmen und Zulieferern. Wir bewegen uns in digital erweiterten oder komplett digitalen Welten. Wir leben in personalisierten Simulationen, welche die Gefahr einer abgeschlossenen Echokammer bergen.

Plattformwirtschaft
Die Wirtschaft der Zukunft ist durch Plattformen organisiert. Lebensbereich übergreifende Lösungen verdrängen Produkte. Die Wirtschaft in Plattformen bedeutet nicht nur eine Digitalisierung der Geschäftsmodelle und die Notwendigkeit die Logik von Netzwerkeffekten zu beobachten. Ebenso wichtig sind die Konkurrenz aus anderen Branchen sowie die Sharing Economy. Es gibt Winner Takes it All Mechanismen.

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Datenströme
Big Data macht Unsichtbares sichtbar – und ist die Grundlage für Personalisierung, Effizienz, Intelligenz und Nachhaltigkeit. Aus den Daten entsteht künstliche Intelligenz. Je mehr Algorithmen entscheiden, desto wichtiger wird die Reflexion derer Werte. Um an der neuen Transparenz nicht zu scheitern, brauchen wir aufgeklärte Individuen, reife Institutionen und eine tolerante Gesellschaft.

Effizienzdruck
Durch digitale Prozesse, globalen Wettbewerb, die Konkurrenz aus fremden Branchen sowie Ressourcenknappheiten entsteht eine erhöhte Effizienzerwartung - an den Einzelnen, Unternehmen aber auch die Verwaltung. Diese Forderung verstärkt sich durch den Wunsch nach schneller Veränderungsfähigkeit. Nur das effiziente ist wendig. In der Suche nach Effizienz wird Arbeit an Maschinen aber auch an uns Kunden delegiert. 

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Wertewandel
Netzwerke fordern und fördern neue Werte. Beispiele dafür sind der Wunsch nach intensiven Erlebnissen, Agilität, Mobilität und Geschwindigkeit. Der Wandel lässt gleichermassen konservative Werte erstarken. Die Gesellschaft und ihre Institutionen sind vermehrt mit zwei unterschiedlichen Tempi konfrontiert. Dabei ist Diversität eine Ressource - sie setzt eine Intensivierung unserer Identitätsarbeit voraus.

Systemdesign
Die Netzwerke können zentral oder dezentral designt werden, Top Down oder Bottom Up gesteuert werden und offene oder geschlossene Grenzen haben. Je nach Ansatz sind Räumlichkeiten, Prozesse und Identitäten einer Institution beziehungsweise einer Gemeinschaft anzupassen. Neue Risiken (Diebstahl, Erpressung, Terror) und Ansätze (Open Source, Blockchain, Smartgrids) beeinflussen das Design.

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Netzwerkorganisation
Die Transformation erhöht die technologische, soziale und wirtschaftliche Vernetzung, exponentiell. Nur wer sich vernetzt, gedeiht. Unternehmen leisten diese durch neue Formen der Arbeitsteilung bzw. -integration, durch Kooperationen und das Bekenntnis zu einem neuen Mindset. Als Individuen sind wir gefordert, unsere Gedanken-, Gefühls- und Beziehungsnetze zu erweitern und digital zu spiegeln.

Change Modus
Die Lebenszyklen von Unternehmen, Produkten, Technologien und Berufen werden kürzer. Der Wandel wird zum Alltag. Neben Mut sich auf das Neue einzulassen, sind Neugierde, das Stehen zu Fehlern und Schwächen, das Ertragen von Widersprüchen wichtige Merkmale des neuen Mindsets. Es gibt keinen Königsweg der Transformation, sondern ein iteratives Try and Error, das Arbeiten mit Varianten und Prototypen.