HOT WORK ist eigentlich ein Sammelbegriff für hitzeexponierte Jobs, wie das Schweissen, Löten und der Strassenbau. Aber auch Wissensarbeit wird HOT. Vor allem in den Städten steigen die Temperaturen und verlängern sich die Hitzephasen – dadurch erhitzt sich auch die Zusammenarbeit. Menschen werden aggressiver und brennen schneller aus, weil die Hitze ihre Resilienz zusätzlich herausfordert, etwa durch schlechten Schlaf.

In einem kurzen Briefing stelle ich Hinweise auf das künftige Klima zusammen und leite Herausforderungen und Lösungen für erhitzte Wissensökonomien ab.

“Hot Work” beschreibt eine Arbeitswelt, die auf steigende Temperaturen reagieren muss. Es geht um ökonomische, aber auch um politische Argumente, ich ordne sie von den grossen zu den kleinen.

Simon Schaupp fordert in “Stoffwechselpolitik” den Klimawandel weniger aus Sicht des Konsums und stärker aus Sicht der Arbeitswelt zu betrachten. «Denn es ist die Arbeit, durch die Gesellschaften ihren Stoffwechsel mit der Natur vollziehen». Arbeitspolitik ist für Schaupp daher stets Umweltpolitik, von der Innovationsstrategie bis zum Angebot in der Mensa.

Auch auf die Märkte der Zukunft schaut Hot Work aus einer anderen Perspektive. In ihrer strategischen Arbeit denken die Labs einer erhitzten Arbeitswelt weniger über den KI-Wandel und stattdessen mehr über den Klimawandel nach. Nicht nur weil sich Bedürfnisse ändern, sondern auch Ressourcenkonstellationen, -zugänge und Preisniveaus, Stichwort: #Klimaflation.

Auf der Ebene der Gestaltung der Arbeitswelt stellt sich die Frage, ob das #BGM die körperlichen und vor allem mentalen Herausforderungen einer erhitzten Arbeitswelt im Griff hat. Dabei ist das Zusammendenken von Hitze und KI aufschlussreich. Mehr Hitze bringt Kreativität zum Schmelzen, was sich mit dem De-Skilling durch die ungeschickte Nutzung von KI deckt…

Was wenn im Rückblick die Hitze die Arbeitswelt stärker verändert haben wird als KI?

Ein «kryogenes Zeitalter» hat begonnen, sagt Oliver Gutfleisch Materialforscher an der TU Darmstadt. Denn paradoxerweise gewinnt in einer erhitzten Zukunft das Erzeugen von Kühlung enorm an Bedeutung. Allerdings könnten Klimageräte die Hitze verstärken: Global fressen sie 7% des Stroms und verursachen 3% des CO2-Budgets (Our World in Data, 2024).

Eine erhitzte Arbeitswelt muss deshalb weiter als bis zur Klimamaschine denken.

Was wenn HOT WORK
… zu einer drastischen Reduktion der Arbeitszeit führt?
… die physische Präsenz im Büro nochmals reduziert?
… die Sensibilität für mentale Gesundheit stärkt?
… die Notwendigkeit für Innovationen verdeutlicht?
… eine breitere Bereitschaft für Veränderung hervorruft?